2011
20,0 x 11,6 x 11,6 cm
Esche, geölt, gewachst
Ash, oiled, waxed
Der Solarplexus bringt die Maserung des hellen Eichenholzes in besonderer Schönheit hervor. Die in verschiedenen Neigungen geschnittenen Seitenflächen öffnen gleichsam das Innenleben des Urstückes. Während sich die Jahresringe an der vertikalen Seite in einem fast waagrecht verlaufenden Liniengefüge abzeichnen, beginnen sie sich jedoch auf der stärker geneigten Fläche in sanften Wellen nach oben hin auszubreiten.
An den beiden anderen, steileren Seiten scheinen die Energien der strahlenförmig fragmentierten Viertelkreise in die Basis abzuströmen.
Die kraftvolle, organische Textur des Holzes steht in einem deutlichen Spannungsverhältnis zur strengen, geometrischen Form des Solarplexus, die – je nach Standpunkt der Betrachtenden – einen ausgesprochen statischen, fast asketischen Eindruck vermittelt. Aus anderen Perspektiven jedoch tritt eine überraschende Kohärenz zwischen Form und Maserung hervor, als ob das lebendige Innere des Materials und die rationale Formgebung eine gemeinsame Sprache fänden.
Walter Angerer-Niketa nutzt die im Material selbst angelegte Struktur und transformiert sie in diesem Werk auf eine Weise, dass ein nuancenreiches Spiel zwischen Naturform und Geometrie entsteht. Das Werk oszilliert zwischen organischer Vielschichtigkeit und konstruktiver Klarheit.
The Solar Plexus brings out the grain of the light oak wood in exceptional beauty. The side surfaces, cut at different angles, reveal the inner life of the original piece of timber. While the annual rings appear on the vertical side as an almost horizontal network of lines, they begin to spread upward in gentle waves on the more steeply inclined surface.
On the two other, steeper sides, the energies of the radiating, fragmented quarter-circles seem to flow downward into the base.
The powerful, organic texture of the wood stands in a distinct tension with the strict geometric form of the Solar Plexus, which—depending on the viewer’s position—conveys an expressly static, almost ascetic impression. From other perspectives, however, a surprising coherence between form and grain emerges, as if the living interior of the material and the rational shaping were speaking a shared language.
Walter Angerer-Niketa makes use of the structure inherent in the material itself and transforms it in this work in such a way that a nuanced interplay between natural form and geometry arises. The work oscillates between organic complexity and constructive clarity.