2009
20,0 x 13,0 x 20,0 cm
Nussholz, geölt, gewachst
Nut,oiled, waxed
Ein schmaler Quader, dessen zwei quadratische Seitenflächen jeweils durch eine der Diagonale geteilt sind, beginnt sich ausgehend von diesen inneren Linien in den Raum hinein zu winden. Gleichsam tastend navigieren sich Yin und Yang durch das Volumen und erzeugen eine stille, doch unübersehbare Spannung. Es wirkt, als strebten zwei Kräfte von entgegengesetzten Punkten aus in jeweils gegenläufige Richtungen – ein drängendes Ziehen, das die Form unweigerlich um ihre eigene Achse treibt. Zugleich verdichtet sich diese Bewegung zu einer kraftvollen, energiegeladenen Konzentration: einem Moment, in dem beide Kräfte durch das Gegenspiel der jeweils anderen in energetischem Gleichgewicht gehalten werden. Aus dieser Polarität erwächst eine kraftvoll, spannungsgeladene Einheit.
Das Werk materialisiert das aus dem Daoismus stammende Prinzip des Yin und Yang. Die Lehre geht davon aus, dass sich das Universum aus einer form- und grenzenlosen Urmaterie in zwei Qualitäten ausformt: in ein lichtes, leicht aufsteigendes qi – Yang – und ein dunkles, schweres, nach unten sinkendes qi – Yin. Aus ihrem Zusammenspiel entstehen Himmel und Erde sowie alle weiteren dualen Gegensätze. Keiner dieser Pole kann für sich allein bestehen; jeder benötigt seinen Gegenpart, seinen Ausgleich.
Das Werk verweigert sich eindeutige Zuordnung – und bewahrt so die Offenheit.
A narrow rectangular prism, whose two square side surfaces are each divided by one of the diagonals, begins to twist outward into space from these interior lines. Tentatively, as if feeling their way, Yin and Yang navigate through the volume and generate a quiet yet unmistakable tension. It appears as though two forces, emerging from opposite points, were moving in counter-directions—an insistent pull that inevitably drives the form around its own axis. At the same time, this movement condenses into a powerful, energy-laden concentration: a moment in which both forces are held in energetic balance through the counterplay of the other. From this polarity arises a powerful, tension-charged unity.
The work materializes the principle of Yin and Yang originating in Daoism. Its teaching holds that the universe differentiates from a formless and boundless primordial matter into two qualities: a bright, lightly ascending qi—Yang—and a dark, heavy qi sinking downward—Yin. From their interplay emerge heaven and earth as well as all further dual opposites. Neither of these poles can exist on its own; each requires its counterpart, its equilibrium.
The work refuses a definitive assignment—and thus preserves openness.