1996
9,5 x 21,0 x 43 cm
Granit
Granite
Der Pharao erhebt sich aus dem ihn umgebenden Raum –er durchdringt ihn, formt ihn, nimmt ihn plastisch ein. Das Werk entfaltet seine Wirkung durch eine schlanke, zugleich kraftvolle Gestalt. Trotz der dunklen, steinernen Massivität bewahrt es eine stille Leichtigkeit, als würde in ihm eine innere Bewegung ruhen.
Die Form nähert sich der Geometrie an: schmale Trapeze und breitere, unregelmäßige Vierecke steigen in unterschiedlicher Neigung empor. Ihre Linien weichen leicht voneinander ab, die Proportionen verschieben sich, als hätte sich der Stein während seiner Entstehung selbst verzogen.
Esentsteht eine subtile Spannung, eine Richtungsbewegung –der Stein scheint einen majestätischen Schritt zu setzen.
Steht er auf einem Standbein, während das andere sich zum Spielbein wandelt? Schreitet der Stein? Oder setzt er,wie ein schwarzer Panther, dessen Präsenz sich in der glatten, dunkel glänzenden Oberfläche spiegelt, zum Sprung an? Diese doppelte Lesart –das königliche Schreiten des Pharaos und das schwebend-gleitende des Tieres –verweist auf eine Symbolik von Kraft und Würde, Bewegung und Ruhe.
Der Titel und die Flächigkeit der Form erinnert an die aspektive, schreitende Darstellung altägyptischer Figuren –ein Echo jener Kunst, die Stillstand und Bewegung zugleich zu denken wusste.
The Pharaoh rises from the space surrounding him–he penetrates it, shapes it, occupies it plastically. The work unfolds its effect through a slender yet powerful figure. Despite its dark, stony massiveness, it retains a quiet lightness, as if an inner movement were resting within it.
The form approaches geometry: narrow trapezoids and broader, irregular quadrilaterals ascend with varying inclinations. Their lines deviate slightly from one another, their proportions shift, as though the stone had warped itself during its creation.
A subtle tension emerges, a sense of direction –the stone seems to take a majestic step.
Is it standing on one supporting leg while the other transforms into the free leg? Is the stone striding? Or is it, like a black panther –itspresence reflected in the smooth, darkly gleaming surface –preparing to leap? This dual reading –the royal stride of the Pharaoh and the floating, gliding movement of the animal–points to a symbolism of power and dignity, movement and stillness.
The title and the planar quality of the form recall the aspective, striding representation of ancient Egyptian figures—an echo of that art which knew how to conceive stillness and motion at the same time.