1978
12,7 x 18,7/17,0 x 26,5/26,0 cm
Granit
Granite
Bei aller spartanischen Strenge und geometrischen Schärfe ist der Plan dahinter, wie das alles konstruiert ist, die Anatomie, oft dennoch nicht gänzlich durchschaubar. Weil die mutmaßliche Einfachheit in Wahrheit eine vermeintliche ist.
~ Claudia Aigner, 2023
Ein schwarzer Quader aus Granit, aufgestellt auf einer seiner schmalen Seiten. Die obere Fläche ist entlang der Diagonale geteilt; eine der beiden Hälften wurde leicht gekippt, wodurch sich eine obere Kante verkürzt. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine einfache geometrische Form, die nur durch wenige Eingriffe verändert wurde. Doch gerade diese marginal wirkenden Modifikationen haben gravierende Auswirkungen.
Die Skulptur, die zunächst aus einer klar verständlichen Grundform abgeleitet scheint, beginnt sich auf einer Seitenfläche zu wölben – erzeugt aus diesem Momentum Spannung.
So wird eine ursprünglich eindeutig erfassbare Form – eine Figur, die sich mit wenigen mathematischen Regeln präzise beschreiben ließe – zu einem Gebilde, das sich einer klaren Definition entzieht. Das Volumen ist nichtmehr zu beschreiben, die Wahrnehmung verändert sich fundamental: Die Skulptur wirkt visuell ambivalent, in sich verschoben, zugleich stabil und irritierend.
Despite all the Spartan austerity and geometric sharpness, the underlying plan—how everything is constructed, the anatomy of the work—is often not entirely transparent. For the presumed simplicity is, in truth, only an alleged one.
~ Claudia Aigner, 2023
A black granite cuboid, positioned on one of its narrow sides. The upper surface is divided along the diagonal; one of the two halves has been slightly tilted, shortening one of the top edges. At first glance, it appears to be a simple geometric form altered only by a few interventions. Yet these seemingly marginal modifications have profound effects.
The sculpture, which initially seems derived from a clearly comprehensible basic form, begins to bulge on one of its side surfaces—creating tension through this very momentum.
Thus, a form that was originally straightforward to grasp—an entity that could be described precisely with a few mathematical rules—becomes a structure that defies clear definition. The volume can no longer be described; perception shifts fundamentally. The sculpture appears visually ambivalent, internally displaced, simultaneously stable and unsettling.