1968
39,0 x 90,0 x 35,0 cm
Kalkstein
Limestone
Die Große Liegende von Walter Angerer-Niketa zeigt eine stark reduzierte, horizontal gelagerte Figur, deren Körper nicht mehr anatomisch ausgearbeitet ist, sondern aus kompakten, ineinander übergehenden Volumina entwickelt wird. Diese Formensprache verweist deutlich auf die Ausbildung bei Fritz Wotruba, dessen Skulpturen sich in geometrische Grundformen wie Quader und Blöcke auflösen und additiv zu tektonischen Einheiten fügen . Zugleich lässt sich der Einfluss von Josef Pillhofer erkennen, der als Vertreter einer früh einsetzenden radikalen Abstraktion ebenso die Spannung zwischen Figur und reiner Form weiter vorantrieb . In Angerer-Niketas Werk verbinden sich diese Ansätze zu einer modular gedachten Skulptur: Der Körper erscheint wie aus einzelnen, klar gegliederten Formeinheiten aufgebaut, die sich zu einer ruhigen, landschaftsartigen Gesamtform fügen und zwischen Figuration und Abstraktion vermitteln.
Große Liegende by Walter Angerer-Niketa presents a highly reduced, horizontally reclining figure whose body is no longer anatomically articulated but developed from compact, interlocking volumes. This formal language clearly reflects his training with Fritz Wotruba, whose sculptures dissolve the sculptures into geometric basic forms such as blocks and cuboids, assembling them additively into tectonic units. At the same time, the influence of Josef Pillhofer is evident, as he also advanced an early radical abstraction that intensified the tension between figuration and pure form. In Angerer-Niketa’s work, these approaches converge in a modular conception of sculpture: the body appears constructed from distinct, clearly structured units that coalesce into a calm, almost landscape-like whole, mediating between figuration and abstraction.